Nein, was in erster Linie wie ein Tippfehler aussieht, ist tatsächlich keiner: Zeitzeugen, die über die Zeit des Nationalsozialismus berichten können, werden immer weniger. An ihre Stelle treten nun sogenannte „Zweitzeugen“ – Nachkommen der Zeitzeugen, die es sich zur Aufgabe machen, die Geschichte ihrer Familie weiterzuerzählen.
Ende Februar besuchte ein solcher Zeitzeuge die St. Walburga Hauptschule Meschede. Silvio Uhlfelder hielt zunächst einen Vortrag, in dem ausführlich über das Schicksal seiner Familie berichtete: Verfolgt durch die Nationalsozialisten verließen Teile seiner Familie Deutschland und kamen über verschiedene Stationen nach Südamerika. In Buenos Aires kam auch Herr Uhlfelder zur Welt und lebte dort lange Jahre, bevor er für eine Ausbildung nach Deutschland zurückkehrte. Eindrücklich berichtete er den Schülerinnen und Schülern von den vielen verschiedenen Schicksalen, die seine Verwandten erlitten. Während es einige schafften, den Nationalsozialisten zu entkommen, kamen aus der Familie seines Vaters über 40 Mitglieder in den Konzentrationslagern um Leben.
Im Anschluss konnten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10, die sich zuvor im Unterricht auf dieses Thema vorbereitet hatten, Fragen stellen, die Herr Uhlfelder ausführlich beantwortete.
Unser Dank gilt Herrn Uhlfelder für den interessanten und lehrreichen Vortrag und dem Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität e.V., das die Durchführung dieser Veranstaltung an der Sankt Walburga Hauptschule und auch an der Konrad Adenauer Schule in Freienohl ermöglicht hat.















