Ausbildungsbotschafter zu Gast an der Sankt Walburga Hauptschule

Rund 130 Ausbildungsberufe gibt es im Moment im Bereich des Handwerks. Diese alle detailliert vorzustellen, ist nahezu unmöglich. Um den Schülerinnen und Schülern im Rahmen ihrer Berufswahlorientierung einen kleinen Überblick zu ermöglichen, durfte die Jahrgangsstufe 8 der Sankt Walburga Hauptschule in Meschede jetzt zwei Ausbildungsbotschafter der Handwerkskammer Südwestfalen und ihre Koordinatorin, Bianca Weickard, begrüßen.

 Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende, die in Schulen gehen, um sich, ihren Ausbildungsberuf und ihren Ausbildungsalltag vorzustellen. Das hilft einerseits den Firmen, indem es einen Beitrag zur Nachwuchs- und Fachkräftesicherung leistet, aber auch den Schülerinnen und Schülern, weil sie aus erster Hand einen Einblick in die ersten Schritte der Ausbildung erhalten.

 

Fabian Hoffmann erlernt den Beruf des Karosserie- und Fahrzeugbauers bei der Firma Karosserie- und Fahrzeugbau Ewers GmbH & Co KG in Meschede und Tobias Schmidt ist Auszubildender als Zimmerer bei der Fa. Wiese Holz GmbH & Co KG. Beide erzählten zunächst aus ihrem Werdegang, wie sie zu der Entscheidung gekommen sind, den Beruf zu erlernen, was in der Berufsschule passiert und welche Aufgaben sie im Betrieb zu erledigen haben. Natürlich gibt es in jedem Beruf Aufgaben, die man als Auszubildender gerne macht, aber auch Dinge, die man einfach mal aushalten muss, ohne sofort hinzuwerfen. Fragen der Schülerinnen und Schüler, natürlich auch nach den finanziellen Möglichkeiten in dem jeweiligen Beruf, rundeten die Gespräche ab.

 Am meisten staunten die Schülerinnen und Schüler, dass es auch im Handwerk Mädchen als Azubis gibt. Zwar kommen diese nicht oft vor, sind aber – wie Tobias Schmidt zu berichten wusste – „handwerklich nicht schlechter als die männlichen Kollegen“ und stehen stattdessen „oft ihren Mann“. Auch dem Vorurteil, dass es auf dem Bau immer rau zugehe, konnte er deutlich widersprechen. Schon allein aus Sicherheitsgründen würde hier sehr verantwortungsbewusst miteinander umgegangen.

 Da auch einige der Schüler bei den Berufsfelderkundungen bei Ewers zu Gast sein durften, wussten viele Schüler bereits, wovon Frank Hoffmann berichtete, als er die verschiedenen Auftraggeber für die Fahrzeuge der Fa. Ewers vorstellte. Er betonte vor allen die Notwendigkeit eines Praktikums, gerne auch z.B. in den Ferien, falls man sich für eine Ausbildungsstelle bewerben wolle. Handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten könnten so auch eine schlechte Zeugnisnote ausgleichen. Das wiederum ginge nicht mit unentschuldigten Fehlstunden, seien diese doch sofort ein KO-Kriterium für eine Bewerbung.

 Bianca Weickard appellierte zum Schluss auch noch mal an die Schülerinnen und Schüler und ermunterte sie, sich durchaus auch gerne bei kleineren Handwerksbetrieben zu bewerben: wenn sich in einem Industriebetrieb 100 Schülerinnen und Schüler auf eine Ausbildungsstelle bewerben, dann sei klar, dass das Zeugnis einen ersten Eindruck und somit eine erste Richtschnur gibt, wenn es auszuloten gilt, wer zum Vorstellungsgespräch oder Einstellungstest eingeladen wird. Anders im Handwerk: hier bewerben sich oft nur wenige Schüler auf eine Stelle, so dass der Betrieb gerne mal bereit ist, alle Bewerber ein oder zwei Tage zur Probe arbeiten zu lassen. Der klassische Einstellungstest findet hier also gar nicht statt, sondern es entsteht ein persönlicher Eindruck des Kandidaten, der oft mehr sagt, als die Zeugnisnoten.

 Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Treffen auf jeden Fall sehr hilfreich war. Die Schülerinnen und Schüler würden es begrüßen, wenn im nächsten Jahr auch gerne noch mehr Ausbildungsbotschafter aus unterschiedlichsten Berufen zu Besuch kämen.

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